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Seniorpartner in School

Sie sind Lehrer und wollen wissen, was die Seniorpartner machen:

Bei allen Personenbezeichnungen sind immer beide Geschlechter gemeint.

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Welche fachliche Qualifikation haben die Seniorpartner?

Die Seniorpartner erhalten eine Aus­bildung in Schul­mediation (80 Stunden), Bildungs­begleitung (ziel­führende Einzel­ge­spräche, 16 Stunden) und fakul­tativ Anti-Mob­bing-Tech­niken (8 Stun­den) durch berufs­mäßige, vom Ver­band aus­ge­wählte Trainer. Sie er­lernen verschie­dene Kom­mu­ni­kations- und Inter­ven­tions­techniken anzu­wenden. Eine sehr wichtige Basis ist die achts­ame Kom­muni­kation (auch als gewalt­freie Kommuni­kation bekannt). In der 1,5-jährigen Praxis­phase (als Teil der Aus­bildung) werden die Senior­partner mit 20 Stun­den Super­vision/Kollegiale Fall­beratung beglei­tet. Regel­mäßige Fort­bildungen zu schul- und jugend­relevanten Themen werden außer­dem durch den Verband organisiert.

Wie können Seniorpartner mir helfen?

Die Arbeit der Seniorpartner ist ein ergän­zendes Angebot im Unter­stützungs­netz­werk der Schule. Die Senior­partner haben die Zeit, die Lehrern oftmals im Schul­alltag fehlt.

Die Seniorpartner helfen bei akuten oder schwe­lenden Konflikten zwischen Schülern. Sie unter­stützen sie dabei, eigene Lösun­gen zu fin­den und zu er­proben. Gelöste Konflikte öffnen und erleich­tern die Schüler, sie kön­nen sich wieder auf das Lernen kon­zen­trieren. Das ent­lastet Lehr­kräfte und redu­ziert die Konflikt­häufig­keit im Unter­richt. Das soziale Klima wird ver­bes­sert und die kom­muni­kativen und sozialen Kom­pe­tenzen der Schüler (Worte fin­den für Situ­ationen und Ge­fühle, Empathie und die Bereit­schaft, sich in sich und in andere einzu­fühlen) werden gefördert.

Schüler mit besonders heraus­for­dernden sozialen Be­zie­hungen in oder außer­halb der Schule können auch allein zu den Senior­partnern kommen. Sie helfen dem Schüler, seine eigenen Gefühle und Bedürf­nisse zu erken­nen und einen neuen Weg im Um­gang mit den Be­ziehungs­problemen zu finden.

Einige Schüler sind ent­mutigt und sehen nur ihre eigenen Defizite. In Einzel­ge­sprächen erkun­den die Senior­partner mit diesen Schülern ihre Fähig­keiten und Stärken und helfen ihnen, lohnende Ziele zu finden. Sie planen und verein­baren mit ihnen kleine mach­bare und über­schau­bare Vorhaben, die in Nach­folgege­sprächen reflektiert und begleitet werden.

Dieser Prozess wird bei den Senior­partnern Bildungs­begleitung genannt.

Müssen die Eltern einem Gesprächswunsch der Schüler zustimmen?

Das Angebot von SiS ist mit der Schule in einer Verein­barung geregelt und wird durch die Schule den Eltern zur Kenntnis ge­geben. Sollten Eltern das Beratungs­angebot der Senior­partner für ihr Kind nicht wünschen, dann teilen die Eltern das der Schule mit.

Kann ich schwierige Schüler zu den Seniorpartnern schicken?

Eine wichtige Voraus­setzung zum Gelingen der Gesprä­che der Senior­partner ist die Frei­wil­ligkeit der Schüler. Eine Empfeh­lung durch Lehr­kräfte kann in einigen Fällen sehr sinn­voll sein. Sprechen sie da­rüber mit den Senior­partnern ihrer Schule, wie die Frei­wil­ligkeit gewahrt werden kann.

Wie lange dauert ein Gespräch der Schüler mit den Seniorpartnern?

In den Gesprächen werden die Schüler über das Erken­nen ihrer Gefühle und Bedürf­nisse zu eigenen Lösungen geführt. Erfa­hrungs­gemäß dauert das ca. 20 bis 45 Minuten, manch­mal sind auch mehrere Gespräche notwendig.

Warum finden die Gespräche mit den Schülerinnen und Schülern während der Unterrichtszeit statt?

Die Pausen sind in der Regel für die Gesprä­che zu kurz. Da die Schüler vorher ihren Lehrer bzw. Erzie­her über ihren Ge­sprächs­wunsch bei den Senior­partnern infor­mieren müs­sen, kön­nen Sie ent­schei­den, dass z.B. wegen wich­tiger Unter­richts­inhalte der Gesprächs­termin ver­schoben werden sollte.

Bedenken Sie dabei, dass ein Schüler durch die ihn be­las­tenden Konflikte dem Unter­richt meist ohne­hin nicht mehr folgen kann.

Wer kontrolliert, ob die Schülerinnen und Schüler tatsächlich (im angegebenen Zeitraum) bei den Seniorpartnern waren?

In Absprache mit der Schule bestä­tigen die Senior­partner die Dauer der An­wesen­heit der Schüler auf einem Lauf­zettel, den die Schüler dem Lehrer oder Erzieher nach dem Gespräch vorlegen.

Stehen die Seniorpartner auch außerhalb des vereinbarten Zeitraumes zur Verfügung?

Das Beratungsangebot bezieht sich auf den mit der Schule ver­traglich gere­gelten Zeit­rahmen. Bei dringen­dem  Bedarf sprechen Sie bitte mit den Seniorpartnern.

Übernehmen Seniorpartner auch Aufsichtsfunktionen (z.B. Pausenaufsicht, Hausaufgabenbetreuung)?

Pausenaufsicht oder Haus­auf­gaben­be­treuung sind nicht im Beratungs­angebot ent­halten. Die Senior­partner nut­zen aber oft die Pausen oder andere Gelegen­heiten zur zwang­losen Kommu­nikation und Kontakt­auf­nahme mit den Schülern.

Bekomme ich einen Bericht über die Gespräche mit den Kindern?

Für den Erfolg der Gespräche bei den Senior­partnern ist ein gutes Ver­trauens­ver­hältnis un­ver­zicht­bar. Des­halb sichern die Senior­partner den Schülern Ver­traulich­keit zu. Die Inhalte der Ge­spräche unter­liegen der Dis­kretion und wer­den nur mit Zu­stim­mung aller Be­teilig­ten an dritte Per­sonen weitergegeben.

Ob bei dem Gespräch Lösungen ge­funden wurden oder ob noch weitere Ge­spräche er­for­derlich sind, darü­ber kön­nen Sie mit den Senior­partnern oder den Schülern sprechen.

Übernehmen die Seniorpartner auch therapeutische Arbeit?

Dafür sind die Senior­partner nicht aus­gebildet. Wenn sie in den Ge­sprächen erken­nen, dass der Schüler pro­fes­sionelle Unter­stüt­zungs­an­gebote benötigt, werden sie das mit dem Schüler be­spre­chen und ihm, wenn er den Wunsch hat, Wege dazu aufzeigen.

Wie läuft so ein Mediationsgespräch ab ? - Hier ist ein Video

 Ein Raum für gute Lösungen -  Wie läuft so ein Media­tions­gespräch bei den Senior­partnern ab - ein Lehr­film der SiS-Trainerin Barbara Knuth

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Du bist Schüler und möchtest wissen, was die Seniorpartner machen:

Bei allen Personenbezeichnungen sind im­mer beide Geschlechter gemeint. D.h. Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer, Senior­partnerinnen und Seniorpartner und so weiter.

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Was sind das für Leute und wo kann ich die finden?

giraffe wolfGiraffe und Wolf sind die Symbole für die achtsame KommunikationWir Seniorpartner sind ältere Leute, die meis­ten von uns haben schon Enkel­kinder. Wir gehen in unserer Frei­zeit zu zweit an einem festen Wochen­tag in die Schule und helfen Schülern, Lösun­gen für ihre Pro­bleme zu finden. Damit wir das gut machen können, sind wir dafür aus­gebildet worden. Wir haben gelernt, wie man acht­sam mitein­ander spricht, wie man einen Streit so be­endet, dass danach beide besser mitein­ander um­gehen können, und vieles mehr.

Wir sind alle Mitglieder im Verein Senior­partner in School. Der Vereins­name wird englisch aus­gespro­chen und mit SiS abge­kürzt. Wenn in Deiner Schule Senior­partner sind, wirst Du auch kleine Plakate mit unserem grünen SiS-Logo finden. Dort kannst Du nach­lesen, in welchen Raum und wann die Senior­partner in Deiner Schule sind. Du erkennst uns auch an den kleinen Namens­schildern mit dem SiS-Logo.

Klicke hier auf In diesen Schulen ist SiS um heraus­zufinden, ob an Deiner Schule Senior­partner sind.

Mit welchen Problemen kann ich zu den Seniorpartnern kommen?

Du kannst alle Deine Probleme ansprechen. Wie zum Beispiel:

Du streitest Dich immer wieder mit einem Mit­schüler. Ihr beide wollt anders mit­einander um­gehen, aber irgend­wie landet Ihr wieder im Streit. Dann kommt Ihr beide zu uns.

Wenn aber der andere Mit­schüler nicht mit­kommen möchte, oder Du hast dauernd Streit mit je­man­dem außer­halb der Schule, dann kommst Du eben allein zu uns.

Du wirst von vielen Mit­schülern beleidigt, mis­sachtet, dann komme zu uns.

Oder Du hast einen Kum­mer, der Dich traurig, ängs­tlich, wütend oder be­trübt macht, Du möch­test da­rüber mit anderen reden, befürch­test aber, dass Du ausge­lacht wirst. Dann komme zu uns.

Oder Du hast schlechte Zensuren in Mathe, Deutsch oder einem anderen Fach. Du möch­test Dich ver­bessern, weißt aber nicht, wie Du anfan­gen sollst. Dann komme zu uns.

Wie läuft ein Gespräch bei den Seniorpartnern?

regelnDiese Regeln wirst Du so oder ähnlich im Mediationszimmer sehen.Seniorpartner hören Dir zu und hel­fen Dir, Deine Wünsche und Inter­es­sen zu klären und die persön­liche Bedeu­tung Deines Problems zu fin­den. Sie sam­meln mit Dir Lösungs­ideen. Bei Konflikten unter­stützen und beglei­ten sie Dich dabei, Wege zu einer Eini­gung zu gehen.

Kann man so ein Mediationsgespräch mal sehen? - Hier ist ein Video

 Ein Raum für gute Lösungen -  Wie läuft so ein Mediations­gespräch bei den Senior­partnern ab - ein Lehr­film der SiS-Trainerin Barbara Knuth

Entscheiden die Seniorpartner, wer in einem Streitfall Recht hat und werden die Täter bestraft?

Nach einem bösen Streit möchte man manch­mal schon, dass der Andere bestraft wird. Aber wie geht es da­nach weiter? Wird der nächste Streit dann noch schlimmer?

In den Gesprächen bei den Senior­partnern geht es genau um diese Frage: Wie sollte es in der Zukunft sein, damit Du und alle Be­teiligten zufrie­den sind?.

Die Methode dieser Gesprächs­führung wird Mediation genannt.

Was ist Mediation?

mediationsgespraechSchüler im Gespräch mit den SeniorpartnernBei einem Streit wenden die Senior­partner die Meth­ode der Media­tion an. Media­tion ist ein Fremd­wort und be­deutet Vermit­teln zwi­schen zwei Strei­tenden. Dabei geht es darum, die Sicht­weise der je­weils ande­ren Seite zu hören und zu ver­stehen, wie es zu dem Streit kam. Da­nach über­legen alle, wie Ihr in der Zu­kunft bes­ser mit­ein­ander um­gehen könnt. Dazu wünscht sich jeder der Strei­tenden, was der an­dere an­ders machen kann. Und jeder der Strei­tenden bietet an, was er selbst anders machen wird. Am Ende der Media­tion gibt es eine Lösung, mit der alle Betei­ligten einverstanden sind.

Was ist Bildungsbegleitung?

Probleme können so stark sein oder Dich so stark be­schäf­tigen, dass Du nichts anderes mehr gut tun kannst – auch nicht gut lernen. Es ist normal, Probleme zu haben. Probleme können sehr unter­schiedlich sein und zu ganz unter­schiedlicher Zeit in Dein Leben kom­men. Dann ist es wichtig, mit jeman­dem zu reden. Das kön­nen die Eltern sein, eine Freun­din oder ein Freund. Es kann eine Lehrerin oder ein Lehrer sein.

Manchmal tut es auch gut, mit jeman­dem zu reden, dem wir nicht so eng ver­bunden sind. An Pro­blemen kannst Du wachsen. Du kannst neue Lösungs­wege wählen und Du lernst dabei etwas über Dich selbst. Du kan­nst das Problem selbst in die Hand nehmen. Manch­mal gehst Du dabei nur kleine Schritte. Schritte, die Du selbst gehst, machen Dich stärker, Du wirst selbst­bewus­ster, Dein Selbst­wert­gefühl steigt. Du lernst, Verant­wortung für Dich selbst zu über­nehmen – und das heißt, erwach­sen werden.

Dich dabei zu unterstützen, nennen die Senior­partner Bildungs­begleitung. Sie helfen Dir dabei, Deine Fähig­keiten und Stärken zu ent­decken und lohnende Ziele zu finden. Sie planen und verein­baren mit Dir kleine mach­bare und über­schau­bare Vor­haben und reflek­tieren und begleiten Deine neuen Erfah­rungen in weiteren, nachfolgenden Gesprächen.

Erfahren meine Eltern oder Lehrer von dem Gespräch mit den Seniorpartnern?

Eine wichtige Regel bei den Senior­partnern ist die Vertrau­lichkeit: Alles was hier im Raum besprochen wird, bleibt in diesem Raum!. Das heißt, dass die Senior­partner keinem etwas aus den Gesprächen erzählen.

Manchmal ist es hilfreich für eine gute Lösung, dass Dich andere Erwach­sene unter­stützen. Das werden dann die Senior­partner mit Dir bespre­chen. Nur wenn Du damit einver­standen bist, werden die Senior­partner dem anderen Erwa­chsenen etwas erzählen.

Für Dich ist es auch gut, wenn Du keinem etwas aus den Gesprä­chen erzählst. Wenn Du aber doch zum Bei­spiel mit Deinen Eltern über das Gespräch reden möchtest, bei dem ein anderer Schüler beteiligt war, dann frage ihn vorher.

Wie lange dauert ein Gespräch mit/bei den Seniorpartnern?

mediation figurenManchmal helfen solche kleinen Figuren beim Ge­spräch.Wie Du schon aus den obigen Ant­worten erken­nen kannst, wird bei uns eine ganze Menge ge­spro­chen, über­legt und ge­klärt. Das ist in 5 Minuten nicht zu schaffen.

Erfahrungsgemäß dauert das ca. 20 bis 45 Minuten, manch­mal sind auch mehrere Gespräche notwendig.

Darf ich während der Unterrichtszeit zu den Seniorpartnern?

Ja. Du solltest Dich aber beim Lehrer oder Erzie­her vom Unter­richt abmel­den und Dir am Ende des Gesprä­ches eine Bestä­tigung (Lauf­zettel) von den Senior­partnern aus­stellen lassen. Diesen Zettel gibst Du dann deinem Lehrer oder Erzieher.

Der Verein Seniorpartner in School hat mit der Schule eine Verein­barung abgeschlossen, in der ist das so geregelt.

Dein Lehrer oder Erzieher kann Dir sagen, dass Du erst zu einem spä­teren Zeit­punkt zu den Senior­partnern gehen kannst (z.B. weil gerade ein Test / Klassen­arbeit geschrieben wird).

Kann ich auch ohne Empfehlung eines Lehrers zu den Seniorpartnern gehen?

Wenn Du mit uns über etwas reden möchtest oder Rat suchst, kannst Du zu uns kom­men. Du brauchst dafür nicht die Emp­fehlung eines Lehrers.

Kann mein Lehrer verlangen oder anordnen, dass ich zu den Seniorpartnern gehe?

Die Gespräche sind freiwillig. Dein Lehrer oder Erzieher kann Dir aber vor­schlagen, Deine Probleme mit den Senior­partnern zu besprechen.

Frage einmal Kinder, die schon bei den Senior­partnern waren, ob die Gesprä­che dort geholfen haben. Viel­leicht können die Senior­partner Dir auch helfen.

Können meine Eltern oder Lehrer mir verbieten, zu den Seniorpartnern zu gehen?

Nur Deine Eltern können Dir das verbieten. Viel­leicht wäre es hilf­reich, wenn Deine Eltern sich bei den Senior­partnern oder bei anderen Eltern informieren.

Wird es im Klassenbuch eingetragen, dass ich bei den Seniorpartnern war?

Nur Deine entschuldigte Abwe­senheit vom Unter­richt wird manch­mal notiert. Frage Deinen Lehrer.

Darf meine Freundin/Freund bei dem Gespräch mit den Seniorpartnern dabei sein?

brief an sisBrief einer Schülerin an die SeniorpartnerManchmal kann es Dir helfen eine ver­traute Per­son bei dem ersten Ge­spräch dabei zu haben. Du kannst Dich da­rü­ber mit den Senior­partnern beraten.

Warum ist der Name Seniorpartner in School in englisch?

Christiane Richter aus Berlin gründete den ersten SiS-Verein. Sie wollte einen kur­zen und tref­fen­den Na­men aus Senioren als Partner in der Schule finden. Ganz kor­rekt müs­ste er in Deutsch heißen: Seniorinnen und Senioren als Partnerinnen und Partner in der Schule. Da ist die englische Form Senior­partner in School viel kürzer.

Der lange Namen Seniorpartner in School wird einfach mit SiS abgekürzt.

Und so wird der lange Name korrekt ausgesprochen: [ ˈsiː.ni.ə  ˈpɑːt.nə   in  skuːl ]

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Sie sind Senior und sind an SiS interessiert:

Bei allen Personenbezeichnungen sind immer beide Geschlechter gemeint.

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Was ist Mediation, was ist Schulmediation?

Mediation ist ein kommuni­katives Verfah­ren der Vermit­tlung und Einigung in Konflikt­fällen. Schul­media­tion ist die An­wen­dung der Media­tion bei Schülern. Dabei zeigen ihnen die Schul­media­toren von SiS durch die Metho­de der Media­tion Wege auf, ihre Konflikte selbst zu lösen.

Was bewirkt Schulmediation?

Die jungen Menschen erleben in einer vertrauens­vollen Atmos­phäre, dass ihre Bedürf­nisse ernst ge­nommen wer­den. Sie lernen gewalt­freie Kommuni­kations­muster kennen und anzu­wenden, sich in die Rolle an­derer zu ver­setzen und Anders­artig­keit zu akzeptieren. Sie er­­weitern und nutzen ihre sozia­len Kompe­tenzen im schuli­schen und außer­schuli­schen Bereich. Lern­klima und Streit­kultur ver­bessern sich, die Lehr­kräfte werden ent­lastet, die Konflikt­häufigkeit im Unter­richt wird redu­ziert. Schul­media­tion ist damit auch ein Element der Gewalt­prävention. Durch den Ein­satz der Senior­partner lernen die Jugend­lichen den Nut­zen von bürger­schaft­lichem Engage­ment kennen.

Wie läuft so ein Mediationsgespräch ab ? - Hier ist ein Video

In der Mediathek des SiS-Bundesverbandes ist in einem Video zu sehen, wie so ein Mediations­gespräch bei den Schulmediatoren abläuft: Mediathek - Ein Raum für gute Lösungen

Was habe ich persönlich davon, als Schulmediator tätig zu sein?
  • Ich lerne Neues.
  • Ich lerne die Methode der Mediation, der gewaltfreien Kom­munikation, des aktiven Zu­hörens so­wie verschie­dene Gesprächs­techniken, die ich auch in meinem Alltag gut anwenden kann.
  • Ich bekomme persönliche und soziale Wertschätzung.
  • Ich erlebe soziale Beziehungen zur Enkel­generation und berei­chere damit den generations­über­greifenden Dialog.
  • Ich trage dazu bei, das soziale Klima an einer Schule zu verbessern.
  • Ich knüpfe neue Kontakte zu Gleich­altrigen (den anderen Schul­media­toren im SiS-Landes­verband).
  • Ich übernehme in der nach­beruflichen Lebens­phase eine sinn­stiftende Tätig­keit und erfahre gesell­schaft­liche Anerkennung.
Wie werde ich Schulmediator?

Nehmen Sie Kontakt auf mit Ihrem Landes­verband und erfragen Sie die Termine der nächsten Informations­veran­staltungen und Weiterbildungen.

Gibt es eine Altersbegrenzung?

Schulmediator bei SiS kann jeder in der nachberuflichen Lebens­phase werden. In der Regel sollten Interes­senten nicht jünger als 55 Jahre sein. Eine Alters­grenze nach oben gibt es nicht.

Welche Voraussetzungen muss ich mitbringen?

Gute Voraussetzungen sind Interesse an einem anspruchs­vollen Ehren­amt, Bereit­schaft noch neue Dinge zu lernen, eine positive Ein­stellung zu Kindern und Jugend­lichen und der Wunsch, sich ihrer Be­lange anzunehmen.

Muss ich einen bestimmten Beruf ausgeübt haben?

Auf einen bestimmten Beruf kommt es nicht an, eine päda­gogische Vor­bildung kann hilfreich sein.

Wie hoch ist der Zeitbedarf?

Die Tätigkeit in der Schule benötigt ca. 4 Stunden pro Woche regel­mäßig an einem fes­ten Wochen­tag. Pro Schuljahr ist es empfehlens­wert, ein- bis zweimal an Lehrer­dienst­beratungen und Eltern­abenden teilzunehmen.

Pro Schuljahr gibt es drei bis sechs (auch mehr, je nach Landes­verband) Super­visionen bzw. Kollegiale Fall­beratungen. Die drei bis fünf Treffen des Landes­verbandes SiS pro Halb­jahr sind frei­willig. Die Teilnahme an weiteren Fort­bildungen ist er­wünscht, ebenso bei Interesse das Enga­gement in der Verbandsarbeit.

Bekomme ich für meine Tätigkeit als Schulmediator eine Vergütung oder Aufwandsentschädigung?

Die Tätigkeit als Schulmediator wird ehren­amtlich, d.h. unent­geltlich aus­geführt. Lei­der kann auch keine Aufwands­entschädigung oder Fahrt­kosten­ersatz gewährt werden.

Wie erfolgt die Ausbildung (zeitlicher Rahmen, Kosten, Teilnehmer, wer bildet aus)?

Die Basisausbildung besteht aus 80 Stunden Mediations­ausbildung. Während der 1,5-jährigen Praxis­phase wer­den min­destens 20 Stun­den Super­vision/Kollegiale Fall­beratung durch­geführt. Fakultativ kann zusätzlich 16 Stunden Bildungs­begleitung und/oder 8 Stunden Anti-Mobbing-Techniken weiter­gebildet werden.

Die Ausbildungskosten trägt der Ver­band. Die Anzahl der Kurs­teilnehmer liegt üblicher­weise zwi­schen 12 und 16 Per­sonen. Die Aus­bilder sind berufs­mäßige Media­toren­aus­bilder, die von den Landes­verbän­den bestimmt werden.

Welche Inhalte werden in der Ausbildung zum Schul­mediator vermittelt?

In der Ausbildung werden die zentralen Schritte des Mediations­prozesses und ver­schie­dene Kom­muni­ka­tions- Ge­sprächs- und Inter­ven­tions­techni­ken ver­mittelt und ge­übt wo­bei der Schwer­punkt auf dem Um­gang mit Kin­dern und Jugend­lichen liegt. Ein wesent­licher Bau­stein ist die acht­same Kom­munika­tion (auch als gewalt­freie Kom­munika­tion be­kannt). Die Teil­nehmer er­lernen das Füh­ren von lösungs­orientier­ten Einzel­ge­sprächen.

Der Trainer ist zugelassener SiS-Trainer und ist er­fahren in der Ver­mit­­tlung von Lern­­inhal­ten an Senioren.

Welche Verpflichtungen gehe ich ein, wenn ich mich ausbilden lasse?

Die nicht unerheblichen Kosten der Aus­bildung trägt der Verband mit Unterstützung von Sponsoren und öffentlichen Fördergeldern. Darum wird von den Seniorpartnern erwar­tet, dass sie nach er­folgter Aus­bildung ihre Tätig­keit im Team zu zweit an einer Schule für mindes­tens 18 Monate (ohne Schul­ferien) auf­nehmen. Darüber werden schrift­liche Ver­ein­barungen zwischen Senior­partner und zu­ständigem Landes­verband geschlos­sen, ebenso wie zwischen Landes­verband und Schulen.

Da immer häufiger Sponsoren und Schulen die Vorlage eines polizei­lichen Führungs­zeug­nisses ver­langen, wird dieses von den zu­künftigen Senior­partnern erwartet. Die Erstel­lung ist gebühren­frei, der Verband ist dabei behilflich.

Unsere Qualitätskriterien schreiben ein überschaubares Maß an Dokumentation über die geleistete Tätigkeit vor.

Kann ich während der Ausbildung auch mal fehlen?

Ja, ich darf in Absprache mit dem Trainer maximal 10 % der Unterrichts­zeit fehlen.

Was ist, wenn ich nach der Ausbildung für SiS nicht an einer Schule tätig sein kann?

Sollte ein Seniorpartner vorsätzlich keine Schul­tätigkeit auf­nehmen, muss er sich anteils­mäßig an den Aus­bildungs­kosten be­teiligen.

Wird die Tätigkeit nicht auf­genom­men wegen Krank­heit, familiärer Probleme, Fehlen einer geeig­neten Schule oder Grün­den, die der Senior­partner nicht zu ver­treten hat, erge­ben sich daraus keine Konsequenzen.

Kann ich mir die Schule, an der ich als Schulmediator tätig sein möchte, selber aussuchen?

In der Regel stellt der Landes­vorstand den Kontakt zu einer Schule her. Die Senior­partner kön­nen aber auch von sich aus aktiv werden, falls sie sich eine bestim­mte Schule wünschen. Die Ein­führung und Verein­barung mit der Schule muss immer durch den Landesvorstand erfolgen.

Welche Tätigkeiten erledige ich als Schulmediator?

Zusammen mit einem Team­partner sind Sie während ca. vier Stun­den in der Schule an­wesend und führen bei Be­darf mit Schü­lern Media­tionen durch. In einem mehr­phasigen Ge­sprächs­ver­fahren leiten Sie die Schüler an, eine ein­ver­nehm­liche Win-Win-Lö­sung für ihre Konflikte zu finden. Das Erge­bnis der Media­tionen wird in einem Statistik­bogen doku­mentiert. Bei Be­darf führen Sie auch Einzel­gespräche mit einem Schüler und begleiten ihn über einen angemes­senen Zeitraum.

Warum gehen SiS-Mediatoren nur im Zweierteam in die Schule?

In der Regel arbeiten die Schul­mediatoren als Zweier­team, damit sie sich gegen­seitig unter­stützen können. Einer­seits kön­nen sie sich die Arbeit während der verschie­denen Schritte der Media­tion auf­teilen und anderer­seits kann die uneinge­schränkte Auf­merk­samkeit gegenüber zwei oder mehr Kindern leichter aufrecht­erhalten werden.

Wie werden die Teampartner ausgesucht?

Die Teams finden in der Regel spontan während der Weiter­bildung zusammen. Wenn nicht, wird der Landes­vorstand im Ein­ver­nehmen mit den Senior­partnern eine geeignete Konstellation finden.

Muss ich als Schulmediator meinen Urlaub nach den Ferien richten und was ist, wenn ich während meiner Zeit als Schulmediator mal ausfalle?

Eine gewisse Orientierung an den Ferien­zeiten ist erforderlich, da die Media­tionen während der Unter­richts­zeiten statt­finden. Es ist aber möglich, nach Ab­sprache mit dem Team­partner auch in der Unter­richts­zeit Urlaube wahr­zunehmen. In der Regel wird nach Ab­sprache eine Urlaubs­vertretung aus einem anderen Team einspringen.

Bei Ausfall beider Teampartner muss die Schul­leitung informiert werden, bei längerer Abwesen­heit beider Team­partner auch der Landes­vorstand, um ggf. für Ersatz zu sorgen.

Ist die Teilnahme an Supervision/Kollegialer Fallberatung verpflichtend?

Ja, während der 18-monatigen Praxis­phase für ins­gesamt mindes­tens 20 Stunden. Bei anschließend weiterer Tätig­keit als Schul­mediator wird die Teilnahme empfohlen.

Gibt es Fortbildungsmöglichkeiten?

Ja, um eine gute Qualität der Tätigkeit der Schul­mediatoren zu gewähr­leisten, organisiert der Landes­verband themen­bezogene Fort­bildungen mit Fach­leuten, Gemein­schafts­veran­staltungen und regel­mäßige persön­liche Aus­sprachen mit einem dafür verant­wortlichen Vorstandsmitglied.

Bin ich während meiner Tätigkeit als Schulmediator unfall- und haftpflichtversichert?

Alle ehrenamtlich tätigen Personen sind per Gesetz in den Unfall­kassen der Länder unfallversichert.

Die Haftpflichtversicherung ist in den Bundes­ländern unter­schiedlich geregelt. Hier sorgen die Landes­verbände für die erfor­derliche Ver­sicherung ihrer Mitglieder.

Warum ist der Name Seniorpartner in School in englisch?

Die Gründerin, Christiane Richter, wollte einen kurzen und tref­fenden Namen für die Tätig­keit der Senio­rinnen und Senio­ren in der Schule finden. Im Eng­lischen be­deutet Seniorpartner sowohl die männ­liche als auch die weib­liche Form, als auch die Ein­zahl und Mehr­zahl in einem Begriff, und ist somit eine kurze griffige Bezeichnung.

Der lange Namen Seniorpartner in School wird einfach mit SiS abgekürzt.

Und so wird der lange Name korrekt ausgesprochen: [ ˈsiː.ni.ə  ˈpɑːt.nə   in  skuːl ].

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Wertewandel und Orientierungsverlust gefährden die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen.

schueler gewaltGewalt in der Schule

 

Instabile Lebens- und Beziehungsformen, intensiver Konsum von negativen Medienangeboten, wachsender Leistungsdruck und Unsicherheiten in Erziehung und häuslichem Umfeld erschweren vielen jungen Menschen den Erwerb einer angemessenen sozialen Orientierung in unserer Gesellschaft.

Sie sind in Ihren Entwicklungs- und Lernmöglichkeiten eingeschränkt und sehen sich vor Herausforderungen und Risiken gestellt, die sich besonders in Schule, Freizeit und Übergang in den Beruf auswirken. Die Folgen sind vielfältig: Schulversagen, Rückzug in virtuelle Lebenswelten, körperliche und verbale Gewalt, unkontrollierte Nutzung digitaler Medien, Anfälligkeit für Verführungen, Ausgrenzung.

 

Die Seniorpartner richten sich in ihrer Schultätigkeit nach verbindlichen Qualitätsstandards

  • Die Weiterbildung zum Schulmediator nach SiS-Standards ist für die Tätigkeit als Seniorpartner in einer Schule unerlässlich. Siehe auch Schulmediator werden.
  • Seniorpartner müssen Mitglieder des jeweils für ihn zuständigen Landesverbandes sein.
  • Die freiwillige, ehrenamtliche Tätigkeit wird zwischen Seniorpartner und Verband schriftlich vereinbart.
  • Supervision und/oder Kollegiale Fallberatung werden für alle aktiven Seniorpartner in regelmäßigen Abständen angeboten.
  • Ab 2014 legen unsere neuen Schulmediatoren ein polizeiliches Führungszeugnis vor.
  • Während des freiwilligen Engagements werden verlässliche fachliche und persönliche Begleitung gewährleistet und mehrere Fortbildungen pro Jahr mit jugendrelevanten Themen  angeboten.
  • Die Seniorpartner sind während ihrer Tätigkeit unfall- und haftpflichtversichert.
  • Die Zusammenarbeit zwischen SiS und der Schule wird durch eine schriftliche Vereinbarung geregelt.
  • Die vollständigen Standards sind in unserem Qualitätshandbuch festgeschrieben.

 

Die Tätigkeit der Seniorpartner ist gleichzeitig Integrationsarbeit. Sie erfasst Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund ebenso wie solche mit sozialer und gesellschaftlicher Desintegration.

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